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Drei Groschen Oper kam gut an Drucken E-Mail
Freitag, 26. März 2010

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ENSPEL. Von Geld, Sex und Gewalt sind die Figuren der „Dreigroschenoper“ des Merenberger Musiktheaters beherrscht. Diese extremen Leidenschaften brachten die Darsteller in der Alten Schmiede des Stöffel-Parks in Enspel vor rund hundert Zuschauern zur Aufführung. Urig und beeindruckend war schon dieser Veranstaltungsort: unebener Boden, die Esse, übergroße Werkzeuge aus dem vergangenen Jahrhundert. Hier riecht es förmlich nach harter Arbeit. Ein geeignetes Milieu für die Dreigroschenoper, die 1928 uraufgeführt wurde und ein Werk von Bertholt Brecht und Kurt Weill ist. Der Opernsänger Erwin Stephan hat es  allerdings verändert, modernisiert. Der Regisseur und Mitwirkende (er spielt den Bettlerkönig Peachum) erklärt: „Das Textbuch ist veraltet. Ich wollte es in die heutige Zeit bringen.“ Fasziniert haben ihn bei dem Projekt die „vielen Farben“ in der Musik Weills, die Elemente von Wagner und Verdi kombiniere.

In dieser Bearbeitung spielt die Handlung im Rotlichtmilieu. Zentrale Figur ist der verderbte und charismatische Zuhälter MacHeath (Stefan Schneider). Er heiratet Polly (Jessica Schneider) - zum Schein -, denn deren Papa will das Mauerblümchen verkuppeln und zahlt gut dafür. Das schürt die Eifersucht der leidenschafltichen Barfrau Jenny (Carmen Rodriguez) und der lasziven Prostituierten Lucie (Nadine Gabriel). Ihr Zickenkrieg drückt sich herrlich in ihrem „Eifersuchtsduett“ aus. Kommissar Braun (Markus Quirmbach) und „der Bulle“ Paul (Christian Reim) bringen MacHeath letztlich an den Galgen. Die Story endet mit einem Massaker, das Jenny mittels Maschinengewehrsalven herbeiführt. Grotesk überzeichnet, aber doch voller Emotionen und Tragik, präsentiert sich diese Oper. Wie es die Absicht des epischen Theaters ist, kann sich der Zuschauer nicht mit den Figuren identifizieren – aber zu ihnen Stellung beziehen, sie ergründen, hinterfragen. Und dazu motivieren besonders die beeindruckenden sängerischen Leistungen der Darsteller. Es ist vor allem die Musik und der Gesang, der das Agieren der Personen verständlich macht und eine Verbindung zu den Personen schafft. Daran hat Olaf Müller am Klavier auch einen wesentlichen Anteil. Er sorgt sogar dafür, das die Pause nicht zu einem abrupten Abbruch des Geschehens wird: Herrliche Trompetensoli lässt er auf dem Hof stehend erklingen, den Instrumentenkoffer geöffnet, wie es ein Bettler auch tun würde. Natürlich darf auch Karen Eldred als blinde Moritatensängerin und Nicole Stingl als Frau des Bettlerkönigs nicht unerwähnt bleiben. Anika Köpge spielt eine Person, die dem terroristischen Untergrund angehört.

Das Stück kam bei den Besuchern ebenso gut an wie die moderaten Preise für die Getränke und den Kräuterwind-Versperteller. Für die Bewirtung sorgten Birgit Stuhlmacher, Geschäftsführerin des Stöffel-Parks, und ihre Mitarbeiterinnen.
Über den gelungenen Abend freute sich auch der Westerburger Kulturreferent Joachim Wirth, der bei der Aufführung überdies als Tontechniker fungierte.

Zusatz: Das Merenberger Musiktheater präsentiert am Freitag, 19. März, 20 Uhr, in der Josef-Kohlmaier-Halle in Limburg „Filmzauber- Eine musikalische Revue“. Karten für 10 Euro unter Telefon 06431/980 619.

Text: Tatjana Steindorf
Foto: ROEMO


 
weitere Informationen:
  Die Drei Groschen Oper


 
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