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Spektakuläres Schauspiel der "Gespinstmotte" |
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Montag, 14. Juni 2010 |
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Die Gespinstmotte bietet den Besuchern am Wiesensee ein spektakuläres
Schauspiel. Rund um den Wiesensee, direkt bei der Tourist-Information
am Winner Ufer in Stahlhofen a.W. und auch über dem Golfplatz des
Lindner Hotel- und Sportingclubs stehen silbrigglänzende, kahlgefressene
Bäume und Sträucher. Verantwortlich hierfür sind die Raupen der
Gespinstmotte.
Diese Raupen fressen die befallene Pflanze vollständig kahl und
überziehen sie mit einem Gespinst, unter dem sie gesellig leben. Die
Gespinstmotten, die zu den Schmetterlingen gehören, befallen
Traubenkirsche, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Pappeln, Weiden und
gelegentlich auch Obstbäume. Oftmals handelt es sich um unterschiedliche
Gespinstmottenarten, die sehr wirtsspezifisch über die Blätter von nur
ein oder zwei Baum- bzw. Straucharten herfallen. In Europa gibt es über
90 verschiedene Arten. Und jede Art kann nur mit einer oder zwei
Pflanzen leben. Dies birgt die Gefahr, dass sie auf der Suche nach einer
neuen, nicht befallenen Wirtspflanze verhungern. Bei dieser Suche
spinnen sie alles ein, was ihnen in den Weg kommt, wie z.B. Gräser,
Kräuter, Zaunpfosten oder ganze Bänke. Der seidige Schleier dient den
Raupen als Schutz vor Fressfeinden wie Vögeln und vor Regen. Unter dem
Schleier fressen die Raupen bis Mitte Juni die befallene Pflanze
komplett kahl. Anschließend wandern sie an den Stammfuß, wo sie sich
verpuppen. Schäden im Gespinst werden von einzelnen, so genannten
„Wächterraupen“ repariert. Sie leben etwas länger und sichern so ihren
verpuppten Artgenossen das Überleben. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen
schließlich die Gespinstmotten und legen etwa 40 bis 80 Eier an der
Rinde von den Trieben und Zweigen ihrer Wirtspflanze ab.
Tiefere Fröste und der vermehrte Einfluss der natürlichen Feinde wie
Schlupfwespen, Raubwanzen und einige Parasiten bei den Eiern und Raupen
sowie Vögel bei den ausgewachsenen Motten dämmen aber langfristig die
ungehemmte Ausbreitung der Gespinstmotten ein. Ein Massenauftreten
regelt sich durch das Auftreten von Parasiten und Krankheitserregern
häufig von alleine. Es wird seitens der Biologen davon abgeraten, die
Tiere mit Gift zu bekämpfen. Denn von den Insektengiften seien auch die
natürlichen Feinde betroffen. Ist das Gespinst erst einmal ausgebildet,
lassen sich die Raupen kaum noch bekämpfen. Den übrigen Sträuchern und
Bäumen schadet der Befall der „Nachbarn“ nicht. Und im gleichen Jahr des
Befalls treiben die befallenen Bäume und Sträucher wieder aus. Nach
wenigen Wochen ist der Spuk wieder vorbei. Nach einem Jahr mit derart
hoher Überpopulation folgen regelmäßig 2-3 Jahre mit weniger stark
befallenen Pflanzen.
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